Diskursgewitter
Zugang verwehrt – wie Klassismus die Gesellschaft prägt
Di 23.6. | 17-19 Uhr | kostenfrei | CORE
Vortrag mit Prof. Dr. Francis Seeck
Klassismus bezeichnet die Diskriminierung entlang sozialer Herkunft oder sozialem Status. Betroffen sind insbesondere Menschen aus der Arbeiter*innen- und Armutsklasse, etwa erwerbslose, armutsbetroffene oder wohnungslose Personen. In dem Vortrag wird in diese oft vergessene Diskriminierungsform eingeführt. Der Vortrag führt in zentrale Perspektiven der Klassismuskritik ein und diskutiert, wie Klassenverhältnisse gesellschaftliche Strukturen prägt. Aus einer intersektionalen Perspektive wird zudem reflektiert, in welcher Weise Klassismus mit anderen Ungleichheitsverhältnissen, etwa Rassismus oder Transfeindlichkeit, verflochten ist. Der Vortrag diskutiert abschließend, welche Impulse klassismuskritische Perspektiven eröffnen können, um soziale Ungleichheiten sichtbar zu machen und demokratische Teilhabe zu stärken.
Ohne Erlaubnis unmöglich: 100 Jahre Kafkas Schloss
Do 29.10. | 20:00 Uhr | Exhalle
Vortrag und Lesung mit Reiner Stach
»Das Schloss«, erstmals veröffentlicht vor 100 Jahren, ist Kafkas längstes und figurenreichstes Werk. Es beginnt als Dorfroman und weitet sich allmählich, mit zahlreichen ebenso bewegenden wie grotesken Szenen, zu einem Panorama von unheimlicher Intensität. Der Kafka-Biograph Reiner Stach, der zum Werkjubiläum eine ausführlich kommentierte Ausgabe vorlegt, berichtet von der Entstehungsgeschichte und bietet anhand des Manuskripts auch Einblicke in Kafkas erzählerische Verfahren. Die kommen weitgehend ohne visuelle Schocks aus, erzeugen aber – trotz der immer wieder aufblitzenden Komik – dasselbe Gefühl einer latenten und rätselhaften Bedrohung wie zuvor schon die Romane »Der Verschollene« und »Der Process«. Das ist sicher ein wesentlicher Grund dafür, warum im 21. Jahrhundert nun auch »Das Schloss« großen Widerhall in anderen Medien findet: in Theater, Film, Musik und Comic.
Mit: Andreas Spaniol
Über Diskursgewitter
Dem Theater immanent ist die Sehnsucht, mit den Augen der Kunst die Welt neu zu sehen und anders zu begreifen. Aber wie schauen Expert:innen aus anderen Gesellschaftsbereichen auf die Themen und Fragestellungen, die wir auf, hinter oder neben der Bühne verhandeln?
Mit der Koordinierungsstelle Kirche und Gesellschaft und anderen Partner:innen, Vereinen und Institutionen möchten wir diese Diskurse zu gesellschaftlichen und aktuellen Themen führen. In Diskussionen, Workshops, Podien oder neuen Gesprächsformaten werden wir Philosoph:innen, Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen zu Gast haben, um im Austausch Anstöße zu geben und Zukunft neu zu denken.