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Tanztage

Ohne Tanz wäre das Leben ein Irrtum.

Die biennalen Internationalen Tanztage Oldenburg finden 2023 wieder statt, nachdem sie 2021 komplett der Pandemie zum Opfer fielen. Im März 2023 zeigen zwölf Compagnien aus drei Kontinenten und acht Nationen in zehn Tagen auf vier Bühnen des Oldenburgischen Staatstheaters in vierunddreißig Vorstellungen. Dazu kommen sechs weitere Veranstaltungen und ein umfangreiches Workshop-Programm mit elf verschiedenen Workshops für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. In über 50 Veranstaltungen erlebt das Festivalpublikum eine selten gebotene Vielfalt und Bandbreite der Bewegungskunst. Die Internationalen Tanztage sind ein Fest für den Tanz und ein Fest für das Publikum. Sie sind ein Magnet für Zuschauende und Fachbesucher:innen. Choreografinnen und Choreografen von Weltrang, erstklassige Ensembles und herausragende Tänzerinnen und Tänzer zeigen außergewöhnliche Arbeiten. Eine weit über 90%ige Auslastung, in der absoluten Anzahl sprunghaft gestiegene Besucherzahlen der Festivalhistorie vor der Pandemie, beweist das große Interesse der Stadt und der Region an diesem Festival.

Die 15. Ausgabe der Tanztage schaut von West nach Ost, in andere Kulturen und zeigt andere, zum Teil sehr intime Herangehensweisen an die großen gemeinsamen Probleme unserer Welt. „What´s wrong with our world? What happend?“ (Théorie des Prodiges der Compagnie Système Castafiore). Die Beantwortung dieser Frage macht Angst. Wir haben alles und doch stimmt etwas nicht. Wir sind in Gefahr. Die menschliche und die geografische Natur dürfen nicht mit Füßen getreten werden. Kunst, Bildung und Wissenschaft besitzen die Kraft, Einsichten und Kenntnisse hervorzubringen, die die Gesellschaft und den Menschen verbessern können. Der Respekt vor verschiedenen Kulturen, Bevölkerungsgruppen, Gemeinschaften, Ethnien und Religionen muss gewahrt bleiben. Vergangenheit, Geschichte und Erinnerung sind notwendig, um die Menschheit voranzubringen.

Dieses Festival will helfen, mutiger zu werden. Es öffnet den Horizont für andere Sichtweisen, für Phantasie, für unsere Vergangenheit und unser Sein. Woher kommen wir? Warum sind wir das, was wir sind, und wie sind wir es geworden? Wie kann man das undurchdringliche Geheimnis der Existenz erhellen? Der Blick in die östliche Philosophie ist uns nicht mehr ganz unbekannt. Aber kennen wir den Blick Asiens auf die westliche Kultur genauso gut, wie ihn die aus Beijing kommende Dance Compagnie zeigt? Um in der Heimat zu Hause zu sein, muss man weit reisen. Menschen wandern, seit es sie gibt. Weil sie auf ein friedlicheres oder leichteres Leben hoffen. Die Geschichte des Menschen ist eine seiner Bewegungen über die Erde. Ohne Migration gäbe es die Welt nicht, wie wir sie kennen. Sie macht unsere Kulturen zu dem, was sie heute sind. Denn mit den Menschen wandert alles: Know-how und Kapital, Sprache und Religion, Gene und Krankheiten, Pflanzen und Tiere. Davon erzählt jede einzelne auf dem Festival vorgestellte Arbeit auf ihre ganz eigene Weise. Die zum Teil sehr persönlichen Fragestellungen der Künstlerinnen und Künstler ergeben ein Bild der Komplexität, der individuellen Vielfalt und gerade dadurch des Gemeinsamen.

Neben den Vorstellungen auf den Bühnen wird ein prall gefülltes Rahmenprogramm (u.a. mit Workshops, Diskussionsveranstaltungen, Partys, Konzerten) Gelegenheit bieten, Künstlern zu begegnen, den Tanz intensiver zu verstehen und natürlich auch, selbst aktiv zu werden, die Bewegungssprache jeder einzelnen Compagnie an sich selbst zu erfahren; aber auch der Austausch der Künstler untereinander wird gefördert.

Die 15. Internationalen Tanztage laden ein, das Gewohnte hinter sich zu lassen und im besten Sinne alles auf den Kopf zu stellen.

Burkhard Nemitz
Festivaldirektor

Eine Einrichtung des Landes Niedersachsen

Das Oldenburgische Staatstheater wird gefördert von der

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