Theaterclub des Oldenburgischen Staatstheaters
»Getrieben«. Wahrscheinlich kennt es jeder, das Gefühl des Getriebenseins. Mit getrieben assoziiert man spontan »in die Enge, vom Hunger, vom Gewissen, von der Angst oder von der Eifersucht getrieben« und bemerkt zugleich, was für eine negative Qualität dieses Wort mit sich bringt. getrieben birgt etwas Ruheloses, sogar Rastloses in sich, bedeutet Fernsteuerung von außen. Ganz anders verhält es sich mit dem Ausdruck »sich treiben lassen«, was völlig andere Gefühle hervorruft: sei es ein Urlaubstag oder ein anderer, besonderer Tag, an dem man seine Seele hat baumeln lassen.
Was treibt uns also im Alltag an? Sind wir bloß Getriebene oder sind wir es selbst, die bestimmen, wo es lang geht? Gerade in heutigen Zeiten, wo alles auseinander zu fallen droht, in Zeitalter von Stress, Schnelllebigkeit und großer Orientierungslosigkeit? Was ist da der Antrieb?
Dieser Frage sind die Jugendlichen des Theaterclubs auf die Spur gegangen und haben sich in den letzten Monaten und Wochen mit wesentlichen Themenkomplexen des Menschseins auseinandergesetzt: mit der Angst vor der Zukunft, dem Tod, dem Leben, mit der eigenen Verletzlichkeit, mit dem Gefühl des Verlassenwerdens oder mit dem aufkeimenden Gefühl der Rebellion. Was sie dabei vor allem antreibt, ist natürlich das Theaterspiel und ihre Premiere, die gleichzeitig auch Auftakt ist für die diesjährigen Jugendtheatertage 2010.
Der Theaterclub des Oldenburgischen Staatstheaters schafft Räume spielerischer Auseinandersetzung, des Experimentierens und des Geschichtenerzählens. Die mittlerweile 45 aktiven Mitglieder, im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, arbeiten zurzeit in vier verschiedenen Projektgruppen an ihren eigenen Theaterstücken. Jede Gruppe wird von unterschiedlichen Ensemblemitgliedern des Theaters angeleitet. Zu sehen sind die Gruppen in folgender Reihenfolge: Teil 1: Rebellion (Ltg. Tuschhoff/Wissert/Flegel) und Angst (Ltg. Grüb/Walser); Teil 2: Verletzlichkeit (Ltg. Schramm/Puka) und Verlassen (Ltg. Besser/Larisch).
