Leo Dick

Leo Dick

Geboren 1976 in Basel, begann Leo Dick 1995 in Basel und Bern Germanistik, Musik- und Theaterwissenschaft zu studieren und arbeitete nebenher als Korrepetitor und Arrangeur am Stadttheater Biel. 1997 übersiedelte er nach Berlin und nahm an der Hochschule der Künste das Studium der Komposition bei Prof. Friedrich Goldmann auf, das er 2003 abschloss, und studierte daneben Musiktheaterregie an der HfM Hanns Eisler. Aufführungen seiner Werke erfolgten u. a. im Rahmen der Klang-werkstatt Kreuzberg, der Reihe ‚Unerhörte Musik’, des Festivals ‚Ultraschall’ in Berlin, beim internationalen Beethovenfest Bonn, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, auf Kampnagel (Hamburg), in den Sophiensaelen Berlin und in der Neubrandenburgischen Philharmonie. Dabei kam es zur Zusammenarbeit mit namhaften Formationen wie dem ensemble mosaik, dem RIAS-Jugendorchester, dem ensemble adapter, dem Chor hark! und den Neubrandenburger Philharmonikern.
Während eines einjährigen Aufenthalts in Lyon (2000) beschäftigte Leo Dick sich als Gast im Tonstudio des CNSM gezielt mit intermedialen Kompositionstechniken und Interaktivität im szenischen Kontext. Mit diesen Erfahrungen brachte er mehrere Arbeiten zur Aufführung, die sich zwischen Klanginstallation und Musiktheater-Performance bewegen: am Gare du Nord Basel, in den Kulturhallen Dampfzentrale Bern, im Stadttheater Bern und im Ballhaus Naunynstrasse Berlin. Seine Arbeit Métaharmonie – Hommage à Jean Tinguely wurde 2004 mit dem 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der HMT Zürich ausgezeichnet und auf der DVD ‚Farblichtmusik des 20./21. Jahrhunderts‘ (erschienen 2006) veröffentlicht.
2003 war Leo Dick maßgeblich an der Gründung des Kulturfördervereins Klangnetz e.V. beteiligt und betreute als hauptverantwortlicher Projektleiter verschiedene Veranstaltungen der Konzertreihe Klangnetz, u. a. das Austauschkonzert Berlin/ Schweiz ,vis-à-vis'. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist, Regisseur und Kulturmanager arbeitete er als Regieassistent am Stadttheater Luzern (Saison 04/05), als Lehrer für Musiktheorie an der Musikschule Bern (2005) und als Produktionsassistent am Festival Rümlingen (2006).
Von 2005 bis 2007 war er Mitglied der Meisterklasse ‚Komposition und Musiktheater’ von Georges Aperghis an der Hochschule der Künste Bern. Seine szenische Kantate Die Vögel (nach Aristophanes) wurde im Herbst 2005 mit großem Erfolg in Bern, Basel und Zürich herausgebracht. Im April 2007 wurde sein Musiktheaterprojekt Kann Heidi brauchen, was es gelernt hat? in einem Wettbewerb des ‚Fonds experimentelles Musiktheater NRW‘ mit einem mit 80000 € dotierten Förderpreis ausgezeichnet. Die Uraufführung fand am 6. Juni 2008 im Theater am alten Markt Bielefeld statt, weitere Aufführungen folgten u.a. im September 2008 im Rahmen der Biennale Bern und im November beim Meeting ‚Music Theatre Now‘ des Internationalen Theaterinstituts ITI.
Im Herbst 2007 wurde Leo Dick als Stipendiat in das Akademieprogramm ‚Musiktheater heute' der Deutschen Bank aufgenommen. Seit Anfang August 2008 ist Leo Dick als Assistent im Studiengang Théatre Musical an der Hochschule der Künste Bern beschäftigt.

Für das Oldenburgischen Staatstheater komponierte Leo Dick das Musiktheater für Stimmkünstler und Instrumentalisten Vox Humana, das am 4. Juni in der Exerzierhalle uraufgeführt wird.