Wahlheimat

Oper, Konzert, Schauspiel, Tanz in der Flugzeugwerft: ab September wird das Staatstheater vom Oldenburger Fliegerhorst Besitz ergreifen. Während das Große Haus am Theaterwall saniert wird, ziehen wir mit Künstlern und Mitarbeitern in die Halle 10 – und gehen dabei nicht ins Exil, sondern in unsere Wahlheimat auf Zeit. Denn ein Jahr lang wird aus dem ehemaligen Militär-Ort ein Kunst-Ort. Der so viel Raum für Poesie, für Bilderwelten und Geschichten bietet, dass das Theater seine ganze Kraft entfalten, mit seinen Reichtümern wuchern kann. Der uns zugleich als provisorischer Ort die Vergänglichkeit des Augenblicks jederzeit spüren lässt – und damit die Unwiederholbarkeit, die das Theater so besonders macht. Mackie Messer und Spelunkenjenny erobern im September mit der Dreigroschenoper die Halle, Tosca und Caravadossi werden einander hier lieben und sterben, Hänsel und Gretel ihren Weg durch den dunklen Wald suchen. Wir treffen auf die Kinder des Olymp, auf die untergehende Welt in Tschechows Kirschgarten und viele andere Figuren und Leben. Wenn sie alle nach einem Jahr ihre Geschichten erzählt haben und wieder gehen, wenn alle Melodien verklungen sind, der Orchestergraben wieder zugeschüttet, die Halle wieder nur eine leere Halle ist, geht es vielleicht darum, dabei gewesen zu sein.

Eine Saison wird der Fliegerhorst zum Theater.
Unwiederholbar.
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