Nach 65 kurzweiligen und vergnüglichen Minuten geht die niederdeutsche Erstaufführung des Familienstücks Erwin und Frosch des Oldenburgischen Staatstheaters unter der Regie von Gero Vierhuff am Sonntag mit donnerndem Applaus zu Ende. (Nordwest Zeitung)
Erwin ist ein Monster und hat Rückenschmerzen, da er kein vernünftiges Bett besitzt. Frosch ist ein Frosch, doch eigentlich ein verzauberter Prinz. Woher er das weiß? Das fühlt man eben.
Gemeinsam beschließen Erwin und Frosch, sich auf den Weg zur Prinzessin zu machen. So könnte Frosch durch einen Kuss von der Prinzessin entzaubert werden, schließlich hat er es satt, mit seinen 94 Geschwistern im Teich herumzuquaken und den lieben langen Tag Fliegen zu fangen. Auch für Erwin ist der Deal nicht schlecht, da er das freiwerdende Bett der Prinzessin bekommen würde. Auf ihrer Reise zum Schloss stellen sich ihnen jedoch einige Hindernisse in den Weg, zum Beispiel der Prinz, der seinem Auftrag nachgeht, die Prinzessin wachzuküssen und besiegt werden muss.
Bettina Wegenast hat eine heitere Mixtur aus dem Froschkönig und Dornröschen geschrieben und kehrt die aus den Märchen bekannten klassischen Rollenbilder mit Witz und Überraschung ins Gegenteil: ein Prinz, der keine Lust hat, die Prinzessin wachzuküssen, ein Frosch, der sich plötzlich vor dem anstehenden Kuss ekelt, eine Prinzessin, die sich in das Monster verliebt.
Spielerisch und ganz selbstverständlich bedienen sich Erwin und Frosch im verzauberten Schloss der Sprache der Bewohner, dem königlich anmutenden Platt, und brechen auch so mit den Klischees, die dieser Sprache anhaften. Die niederdeutschen Anteile sind ohne Vorkenntnisse verständlich.
In Szene gesetzt wird Erwin und Frosch von Gero Vierhuff, der in Oldenburg bereits erfolgreich den Insektenkrimi Die Wanze und Dat Enn van‘n Anfang inszenierte.

