Ein poetisches Gesamtkunstwerk.
(Nordwest Zeitung)
Dividendo bedeutet so viel wie teilen, trennen. Urs Dietrich überträgt diesen Vorgang auf eine metaphorische Ebene und verweist dabei auf das Trennende im Menschen, unter den Menschen, im Leben. Wo liegt die unfassbare Scheidewand zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen Leben und Tod? Was existiert dazwischen, was sind die Übergänge, die zwei polare Seinsformen oder Zustände miteinander verbinden? Dividendo zeigt das Leben als einen Schauplatz des Kommens und Gehens, des Miteinanders und sich voneinander Lösens, des sich Spiegelns im anderen. Der Andere ist undurchdringlich, unauffindbar, unheilbar; ich kann ihn mir nicht öffnen, nicht in seinen Ursprung eindringen, das Rätsel nicht lösen. Woher kommt er? Wer ist er? fragt der französische Philosoph Roland Barthes. Urs Dietrich fragt weiter: Was bleibt von dem Anderen, wenn er sich endgültig von dieser Welt getrennt hat?
Dividendo verweist auf Italien, den Länderschwerpunkt dieser Spielzeit am Theater Bremen. Das Stück greift das italienische Lebensgefühl, die italienische Mentalität des Miteinanders und des Familiensinns auf, um das Besondere vom Allgemeinen zu trennen.


