Albrecht Hirche triumphiert in Oldenburg mit 'König Ödipus'
(Kreiszeitung Syke)
Theben wird von einer Pestepidemie heimgesucht. Aus diesem Grund schickt Ödipus, König von Theben, seinen Schwager Kreon nach Delphi, um das Orakel um Rat zu fragen. Die Antwort ist eindeutig: Die Blutschuld, die seit der Ermordung von König Laios auf der Stadt lastet, müsse getilgt werden. König Ödipus leitet umgehend die Suche nach dem Täter ein und wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Der blinde Seher Teiresias erklärt ihm, dass kein anderer als er selbst der gesuchte Mörder sei und er zudem mit seiner Mutter in inzestuöser Ehe lebe. Zunächst schenkt Ödipus Teiresias keinen Glauben, doch immer mehr Details verdichten sich zu der furchtbaren Gewissheit, dass Ödipus in Unwissenheit über seine eigene Herkunft einen Vatermord begangen hat.
Sophokles’ Drama ist eine Schicksalstragödie par excellence, in der die antiken Götter über das Wohl der Menschen entscheiden. Nicht zufällig schrieb Sophokles die Tragödie in Zeiten politischer Instabilität, in der Zweifel an der Gerechtigkeit dieser Schicksalsmächte laut wurden. Gleichzeitig ist König Ödipus in seiner Form ein Enthüllungsdrama, das mit dramaturgischer Raffinesse einen Täter sich selbst suchen lässt, der vom Schein zur Wahrheit und von der Selbsttäuschung zur Selbstfindung gelangt. Regie führt Albrecht Hirche, der am Oldenburgischen Staatstheater bereits Die Wahlverwandtschaften und Der Fremde auf die Bühne brachte.
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Albrecht Hirche überzeugt jetzt mit einer frischen Version des großen Klassikers am Staatstheater Oldenburg. Ödipus (Vincent Doddema) geht anschaulich seinen Weg vom überheblich Herrscher zum gebrochenen Mann. Das Stück kommt mit wenigen Darstellern und noch weniger Ausstattung aus. Das Wenige ist auch in diesem Fall mehr. Die Aufführung wurde lautstark bejubelt.
(BILD Bremen)

