Kaspar Häuser Meer

von Felicia Zeller
(2007)

Besetzung:

Inszenierung: Christiane Goulard
Ausstattung: Jessica Salms
Dramaturgie: Verena Vollertsen

Anika: Patrizia Wapinska
Barbara: Stephanie Baak
Silvia: Rika Weniger

In der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters geht das bei den Mülheimer Theatertagen 2008 mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Stück in 105 pausenlosen Minuten unter die Haut. (...) Dem Oldenburgischen Staatstheater gelingt damit ein Schauspiel-Höhepunkt der Saison.
(Nordsee Zeitung)

Akuter »Björn-out«. Björn ist der immer abwesende Kollege der drei Sozialarbeiterinnen Barbara, Silvia und Anika vom Jugendamt. Hinterlassen hat er nach seinem plötzlichen Burn-out 104 ungelöste »Kaspar Hauser«-Fälle, wie sie heute unter Namen wie Dennis, Michelle, Jessica, Kevin oder Lea-Sophie traurige Berühmtheit erlangen. Den überarbeiteten und überlasteten Sozialarbeiterinnen brechen sie nun regelrecht das Genick. In einem atemberaubenden, nie enden wollenden Sprachfluss liefern sich die drei Kolleginnen einen Wettlauf mit der Zeit, den sie vor lauter Überforderung nur verlieren können. Ständig hinken sie hinterher, gleichzeitig bemühen sie sich unablässig, schneller als die ablaufende Zeit zu sein.

Das Thema Kindesvernachlässigung, das mittlerweile fast täglich die Medien beschäftigt, wird von Felicia Zeller in einer rasanten Groteske über die Situation in deutschen Sozialämtern verhandelt. Zeller zeigt in ihrem Stück, was passiert, wenn gesellschaftliche Verantwortung auf Institutionen abgewälzt wird, die damit unausweichlich überfordert sein müssen. Kaspar Häuser Meer erhielt bei den Mülheimer Theatertagen 2008 den Publikumspreis. In Oldenburg führte Christiane Goulard Regie, die hier bereits Nipplejesus mit großem Erfolg in Szene setzte.