Angesichts der Fülle an aktuellen Bezügen muss die schon vor mehr als einem Jahr getroffenene Entscheidung, diesen »kleinen Totentanz« in den Spielplan aufzunehmen, als Glücksfall gelten. [...] In Oldenburg gelingt es Regisseur Sascha Bunge, die frappierenden Wendungen, die knackigen Pointen effektvoll in Szene zu setzen. Dabei überzeugt Eva-Maria Pichler als sensible Kämpferin für die eigene Sache, Jens Ochlast als von Existenzangst getriebener Disziplinfanatiker. Eine solide Produktion lässt am Ende einen wenig erbaulichen Ausblick zu: In wirtschaftlich harten Zeiten werden Hilfsbedürftige auch künftig keine Solidarität erwarten können.
(Kreiszeitung Syke)
Die arbeitslose Elisabeth hat jeglichen Halt — und vor allem Unterhalt – in ihrem Leben verloren. Dennoch arbeitet sie zäh daran, sich eine Existenz zu schaffen, und man kann ihr nicht vorwerfen, dass sie dabei irgendetwas unversucht ließe. Sie versucht ihre Leiche der Anatomie zu verkaufen. Aber die haben genug Leichen und kaufen wollen sie schon gar nicht. Ein Präparator streckt Elisabeth das nötige Geld für einen Handelsgewerbeschein vor, da er glaubt, sie sei eine Zollinspektorstochter und damit eine gute Partie. Aber als Vertreterin für Damenunterwäsche ist sie erfolglos. Als dann der Präparator auch noch herausfindet, dass sie »nur« eine Versicherungsinspektorentochter ist, kommt es zum Eklat: Elisabeth muss ins Gefängnis. Nach ihrer Entlassung lernt sie den Polizeibeamten Alfons Klostermeyer kennen – die Chance für ein neues Glück?
Geschrieben hat Ödön von Horváth diesen »Totentanz« Anfang der 30er Jahre. Das Stück hat – leider – bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Inszeniert wurde Glaube Liebe Hoffnung von Sascha Bunge, der zurzeit Oberspielleiter am Theater an der Parkaue in Berlin ist und unter anderem am Schauspiel Leipzig, Theater Aachen und Maxim Gorki Theater Berlin gearbeitet hat.
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Bunge inszeniert ohne große Effekte, das spartanische Bühnenbild - ein paar nackte Holzbalken, eine weiße Leinwand - von Angelika Wedde entworfen, wirkt dabei unterstützend: Nichts lenkt von den herzlosen Verhaltensweisen der Protagonisten ab, zeigt den verzweifelten Bürger in seiner nacktesten und hässlichsten Form.
(Nordwest Zeitung)


