Geld - her damit (UA)

Auftragswerk von Andreas Sauter
und Bernhard Studlar (2009)

Besetzung:

Inszenierung: K.D. Schmidt
Bühne: Thomas Drescher
Kostüme: Alin Pilan
Dramaturgie: Verena Vollertsen

Frau Hofrichter/Alkoholikerin/Polizistin/Ikea-Kundin/Gerda: Gaby Pochert
Sarah/Evelyn/Marie/GEZ-Beamtin: Eva-Maria Pichler
Max/Der Blinde/Brenner/Student: Bernhard Hackmann
Frank/Fritz/Der Maler/Autohändler/Kunde mit Paket: Klaas Schramm
Daniela/Verkäuderin/Frau des Sammlers/Werbeleiterin: Caroline Nagel
Herr Köhlmeier/Richard/Gastarbeiter/Herr Geiger: Jens Ochlast
Nachbar/Vorgesetzter von Max/Tankwart/Postbeamter: Thomas Birklein

Auf der schmalen, ins Publikum verlängerten Bühne gibt es wunderbar fließende Übergänge, schnelle Verwandlungen der Schauspieler und viel zu lachen, auch wenn unser Lachen immer wieder gefriert. [...] Eine kurzweilige, zweieinhalbstündige Anregung zum Nachdenken. Ganz viel Beifall.
(Nordwest Zeitung)

Eines Tages wachst du auf und es herrscht Krieg, nein Wirtschaftskrise. Also doch Krieg. Du schlägst die Zeitung auf und liest, dass dein Staat pleite ist. Deine Bank eingegangen. Du drehst den Fernseher auf und jemand erzählt dir vom Weltglücksindex. Schon mal vom Weltglücksindex gehört? Da liegen die Deutschen auf dem 42. Platz. Im letzten Drittel. Wieso? Woran liegt das, fragst du dich. Wovon hängt mein Glück ab? Vom Job? Vom Geld? Vom Sex? Der Beziehung?

Und die Krise wächst und wächst. Eine Stewardess will für immer davonfliegen. Ein Gastarbeiter möchte seiner Mutter schreiben, ein Vater noch einmal seine Kinder beschenken. Eine alte Frau erfriert, und die Verkäuferin der Bäckerei macht Spezialangebote, die keine sind. Denn was bleibt einem anderes übrig, als einfach weiterzumachen? Immer weiter. Die Blumen zu gießen, dein Kind zur Schule zu bringen, zur Arbeit zu fahren, auch wenn es schon längst keine Arbeit mehr gibt. Und irgendwo in der Nachbarwohnung spielt ein Klavier. Ein Panoptikum des alltäglichen Überlebens.

Die Autoren Andreas Sauter und Bernhard Studlar arbeiten seit 1999 immer wieder erfolgreich in Ko-Autorenschaft zusammen, in Oldenburg war bereits ihre Weihnachtskomödie Rote Kometen zu sehen. Hausregisseur K.D. Schmidt wird das Auftragswerk in Szene setzen. Er hat bereits das erste Stück der beiden Autoren A. ist eine Andere, das den Kleist-Förderpreis erhielt, in einer Uraufführungslesung eingerichtet.

Weitere Pressestimmen

Das ist durchaus ein Genuss. Ein wesentlicher Grund ist die Leistung des Ensembles. Tempo und Präzision, mit denen die sieben Schauspieler die 33 Rollen im minimalistischen Setting einer Art Behördenkorridors meistern, an dessen Wänden Automaten hängen, die bei Münzeinwurf kurzfristig Wärme spenden, sind schlichtweg beeindruckend. Mit mitreißendem Spielwitz, hervorragendem Timing und enormer Wandlungsfähigkeit erzählen sie einen Schwung Geschichten, die, ganz wie in einem Episodenfilm, gelegentlich in- und immer wieder auch aneinander geraten.
(nachtkritik.de)