Ein Volksfeind

von Henrik Ibsen

Schauspiel in fünf Akten (1882)

Besetzung

Inszenierung: Jasper Brandis
Ausstattung: Andreas Freichels
Dramaturgie: Verena Vollertsen

Doktor Tomas Stockmann: Gilbert Mieroph
Katrine Stockmann: Caroline Nagel
Petra Stockmann: Rika Weniger
Peter Stockmann: Bernhard Hackmann
Morten Kiil: Thomas Lichtenstein
Hovstad: Klaas Schramm
Billing: René Schack
Kapitän Horster: Eike Jon Ahrens
Buchdrucker Aslaksen: Vincent Doddema

Ein Plädoyer fürs Gewissen, gespielt von einem überzeugenden Ensemble zwischen Wahnsinn und Machtgier. Viel Applaus!
(BILD Bremen)

Der angesehene Badearzt Dr. Tomas Stockmann hat seiner Heimatstadt zu Ansehen und Wohlstand verholfen, indem er sie zu einem Badeort ausgebaut hat. Jetzt stellt er aufgrund von Typhusfällen unter den Badegästen fest, dass das Wasser in seiner Stadt verseucht ist. Schuld ist der giftige Schlamm aus der Gerberei seines Schwiegervaters, der durch die schlampig verlegten Zuflussrohre ins Badewasser gelangt. Stockmanns Vorhaben, dieses Übel zu beseitigen, stößt zunächst auf Zuspruch von allen Seiten. Doch schnell sprechen wirtschaftliche Gründe gegen das Unternehmen: der Einnahme- und vor allem der Imageverlust seien zu hoch, das Schreckgespenst einer wirtschaftlichen Notlage wird an die Wand gemalt. Und so schwenken langsam alle – die Politik, die Presse und die Bürger – um. Als Stockmann bei einer Volksversammlung gegen die opportunistische und korrupte Mehrheit, gegen die Vertuschung des Skandals wettert, spitzt sich der Konflikt für ihn zu: Er wird zum »Volksfeind«.

Ibsen hat mit Ein Volksfeind ein Schauspiel verfasst, das die Lebenslügen einer Gesellschaft entlarvt und die sehr grundsätzlichen Fragen nach der Legitimierung und der Verantwortlichkeit politischen Handelns stellt. Inszeniert wird die Komödie von Jasper Brandis, der in Oldenburg bereits unter anderem Die 39 Stufen nach John Buchan und Alfred Hitchcock und Rote Kometen von Andreas Sauter und Bernhard Studlar mit großem Erfolg in Szene gesetzt hat.