Ein Kammerspiel also, das atemlos daherkommt und dem es nicht an guten Darstellern fehlt. Denis Larisch spielt Kürmann in seinem biografischen Schlamassel als unentschiedenen, larmoyanten Tropf, Rika Weniger als Antoinette (und in allen anderen weiblichen Rollen) gelingen auch im dicksten Zigarettenqualm noch klare Konturen, Bernhard Hackmann zieht als strenger “Registrator” alle Fäden, und Sebastian Brandes füllt im aberwitzigen Tempo die restlichen Rollen.
(Nordwest Zeitung )
„Eigentlich wollte ich nur noch einmal Ihre alte Spieluhr hören“, sagt Antoinette um zwei Uhr morgens als letzter Gast einer Feierlichkeit für Herrn Kürmann, der soeben Professor geworden ist. Diesen und weitere Sätze wird Antoinette während des Stücks wiederholen, und zwar so oft wie Herr Kürmann es will. Denn Herr Kürmann hat beschlossen, seine Biografie zu ändern. Und zu dieser Änderung gehört ganz wesentlich der Wunsch, die Beziehung zu Antoinette, mit der er nach dieser ersten Begegnung auf der Party sieben Jahre verheiratet war, rückgängig zu machen. Ein sogenannter Registrator ist dem Professor für Verhaltensforschung bei diesem Wunsch behilflich, führt ihn immer wieder an zahlreiche Stationen seines Lebens zurück – nur so richtig klappen will das ganze Unternehmen nicht. Doch das Spiel mit der Biografie geht weiter …
Max Frisch hat mit Biografie: Ein Spiel eine Komödie geschaffen, die unser Leben zu einem Spielfeld der Möglichkeiten erklärt und gleichzeitig die Schwierigkeit, diese Möglichkeiten auch wirklich zu nutzen, thematisiert. Oder um es in den Worten Kürmanns zu sagen: „Biografie! Ich weigere mich zu glauben, dass unsere Biografie, meine oder irgendeine, nicht anders aussehen könnte. Vollkommen anders. Ich brauche mich nur ein einziges Mal anders zu verhalten –“. Eine komisch-satirische Reflexion auf das Leben, die Max Frisch Ende der 1960er Jahre verfasste und die Marlon Metzen, von dem bereits I hired a contract killer in Oldenburg zu sehen war, im Kleinen Haus auf die Bühne bringt.


