Nachtwache (UA)

Ein Lamentoabend (2009)
mit Musik von Claudio Monteverdi, Henry Purcell, György Ligeti, Radiohead u. a.

Besetzung:

Musikalische Leitung: Olaf Wiegmann
Inszenierung: Niklaus Helbling
Bühne: Dirk Thiele
Kostüme: Victoria Behr
Dramaturgie: Johanna Wall

Prinzessin D.: Mareke Freudenberg
Wasserfrau: Barbara Schmidt-Gaden
Little Cesar: Magid El Bushra
Dr. Seneca: Andrey Valiguras
Jochen, der Pfleger: Johannes Geißer

Oldenburgisches Staatsorchester

Vorstellungen:

zum letzten Mal am 12. Mai

Sie sind zwar rar gesät, aber es gibt sie noch, die Theaterwunder, die Geist und Seele aufschließen. Solch ein kleines Wunder ist jetzt auch am Staatstheater Oldenburg zu bestaunen. [...] Prinzessin D (Mareke Freudenberg), die Wasserfrau (Barbara Schmidt-Gaden) und Little Cesar (Magid El Bushra), sie alle beklagen mit 'schreienden Herzen' ihr Schicksal in überirdisch schön gesungenen Lamenti. [..] Ein großes Kompliment gebührt nicht nur den sängerisch höchst wandlungsfähigen Darstellern, sondern auch dem mit flexibler Souveränität agierenden Staatsorchester unter der Leitung von Olaf Wiegmann [...]. Sie alle werden uns noch lange im Geiste begleiten.
(Die Welt)

»Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.» Groß ist die Spannbreite der menschlichen Leidenschaften, und die Oper ist einer der wenigen Orte, an dem tiefen Gefühlen auch heute noch öffentlich freier Lauf gelassen werden kann. Doch es sind nicht die großen Glücksmomente, sondern Augenblicke tiefer Trauer und Verzweiflung, die die Künstler aller Zeiten zu ihren berührendsten Arien inspiriert haben. So verwundert es nicht, dass eines der frühesten Zeugnisse der Oper ein Klagelied ist - das Lamento d´Arianna aus Claudio Monteverdis verschollener Oper Arianna. Das älteste Musikstück dieser Gattung stammt aus dem 13. Jahrhundert - das Lamento di Tristano, das mindestens so sehr zum Tanzen wie zum Weinen einlädt. Monteverdi, Purcell und Johann Sebastian Bach bedienten sich des Musters des Lamentos, um ihre ergreifendsten musikalischen Momente zu gestalten. Und selbst in der populären Musik der Gegenwart lassen sich Spuren des Lamentos entdecken: heute wie damals als in Musik gegossenes und damit erträgliches Leid.

»Nachtwache« bezeichnet nicht zuletzt jene Grauzone zwischen Nacht und Tag, die die meisten Menschen nur in emotionalen Ausnahmezuständen wach erleben. Der gebürtige Schweizer Niklaus Helbling war als Dramaturg am Hamburger Thalia Theater engagiert, bevor er als freischaffender Autor, Dramaturg und Regisseur unter anderem am Wiener Burgtheater, in Hamburg, Mannheim, Basel, Graz, Zürich, Frankfurt und bei den Salzburger Festspielen arbeitete. In seinem szenisch-musikalischen Abend erkundet er die Gefühle, die in jenen Stunden nach Mitternacht an die Oberfläche unseres Bewusstseins treiben - dann, wenn die Vernunft schläft und die Seele klagt.

Weitere Pressestimmen

Das Staatstheater Oldenburg ist wieder einmal für eine Überraschung gut! Mit der Uraufführung von 'Nachtwache' ist dem Haus eine kleine Sensation gelungen. [...] Ein spannender Abend mit vielen ungewöhnlichen Klangerlebnissen und herausragenden Sängern!
(BILD BREMEN)