Alle diese Figuren-Entwicklungen und Charakteroffenbarungen hat Freo Majer sehr detailreich, oft witzig und mit erheiternd realer Menschenkenntnis erarbeitet. Kein Wunder, dass auch in Oldenburg die Registerarie zum Kabinettstück wird. Der großartig singende Derrick Ballard wickelt sich wie ein Entfesselungskünstler aus einer Bandage von feinster Lingerie […] Paul Brady in der Titelrolle ist in Gestik und Stimme der virile Frauenmensch, ein George-Clooney-Typ, der aufgesetzt machohaftes Gebaren zu keiner Sekunde nötig hat.
(Deutschlandfunk)
Don Giovanni ist der Inbegriff männlicher Verführungskunst. 2064 Frauen hat sein Diener Leporello bisher auf seiner Liste. Wer so viele Frauen erobert hat, dem bleibt keine Zeit zum Verweilen. Das musste auch Donna Elvira erleben, die der Frauenheld nur geheiratet hat, um nach der Hochzeitsnacht sogleich das Weite (bzw. die nächste Frau) zu suchen. Doch plötzlich scheint dem ewigen Verführer sein Glück abhanden zu kommen: Als er Donna Anna nachts unerkannt in ihrem Schlafzimmer verführen will, kommt es zum Eklat: Giovanni ersticht Annas Vater, der der Tochter zur Hilfe geeilt ist. Giovanni flieht, doch gemeinsam mit ihrem ehrenhaften Verlobten Ottavio schwört Anna dem Mörder Rache. Und auch Elvira will den notorisch Untreuen endlich bestraft sehen. Doch Giovanni kann nicht anders, als immer neue Liebesabenteuer zu suchen. Eine Warnung aus dem Totenreich hält ihn ebenfalls nicht auf. Schließlich, so begründet Giovanni seine Rastlosigkeit Leporello, warten noch viele Frauen darauf, von ihm erobert und geliebt zu werden…
Seit der Uraufführung in Prag im Jahre 1787 gilt Don Giovanni als Meisterwerk, als "Oper aller Opern" (E.T.A. Hoffmann). Don Giovanni stellte bereits die zweite Zusammenarbeit Mozarts mit dem kongenialen Librettisten Lorenzo Da Ponte dar. Wie schon in der Vorgängeroper Die Hochzeit des Figaro widmeten sie sich in Don Giovanni dem größten zwischenmenschlichen Abendteuer: der Liebe. Mozart bezeichnete seinen Don Giovanni als "Dramma giocoso", als Komödie. Doch bewegt sich dieses Werk spürbar zwischen heiterer Komik und verhängnisvoller Tragik. Mozarts genialer Musik ist es dabei gelungen, die Figuren der Handlung zu Menschen werden zu lassen.

