Der Troubadour

von Giuseppe Verdi

Dramma in quatro parti (1853)
Libretto von Salvatore Cammarano und Leone Emanuele Bardare
- in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln -

Besetzung:

Musikalische Leitung: Karen Kamensek

Luna: Peter Felix Bauer / James Bobby
Leonora: Irina Wischnizkaja
Azucena: Anna Agathonos / Zdravka Ambric
Manrico: Alexej Kosarev
Ferrando: Andrey Valiguras
Ines: Barbara Schmidt-Gaden / Sharon Starkmann
Ruiz: Thomas Burger
Ein alter Zigeuner: Anthony Gardner / Leonard Katarzynski
Ein Bote: Georgi Nikolov / Mikola Pavlenko

Opern- und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters
Statisterie des Oldenburgsichen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatstorchester

Der Chor glänzt in großen Ensembleszenen. Die Solisten gefallen mit leichten Abstrichen. Als wahrer Glücksgriff der Produktion erweist sich Dirigentin Karen Kamensek (Hamburgische Staatsoper). Sensibel und feurig zugleich führt sie das Oldenburgische Staatsorchester furios durch die leidenschaftlichen Melodien.
(BILD Bremen)

Ganz und gar wie ein Märchen mutet die Geschichte an, die Giuseppe Verdis großer Erfolgsoper Der Troubadour zugrunde liegt - allerdings ein Märchen für Erwachsene. Die Handlung spielt vor vielen hundert Jahren im rauen Norden Spaniens. Die Familiengeschichte des Adelsgeschlechts Luna hat dunkle Flecken. Einst stand eine Zigeunerin an der Wiege des jüngsten Sohnes der Familie und prophezeite ihm eine schreckliche Zukunft, woraufhin sie als Hexe verbrannt wurde. Ihre Tochter Azucena will sich rächen, indem sie den Grafensohn entführt und ins Feuer wirft. Doch sie tötet versehentlich das eigene Kind. Sie gibt daraufhin den adeligen Knaben als ihr Kind aus und nennt ihn Manrico. Manrico wird Rebell und kämpft später, ohne es zu wissen, gegen seinen eigenen Bruder, der inzwischen selbst Oberhaupt der Lunas ist. Die beiden streiten nicht nur um Gerechtigkeit, sondern auch um die schöne Leonora. Deren Herz gehört zwar dem wilden Manrico, doch letztlich behält der mächtige Luna die Oberhand - auch wenn er dabei über Leichen geht. Erst als alles zu spät ist, erfährt er, dass er seinen eigenen Bruder ermordet hat.

Kein Werk Giuseppe Verdis kann mit so vielen Melodien und einer so großen Bandbreite an musikalischen Ideen aufwarten wie Der Troubadour. Seit ihrer Uraufführung im Jahre 1853 gilt sie als eine der beliebtesten Opern überhaupt und zählt heute zu den zehn meist gespielten Opern weltweit.

Weitere Pressestimmen

Inmitten sparsamster oder stilisierender Requisiten gibt es jedoch auch Momente des psychologischen Tiefgangs, zwingend angesichts dieses Stückes, das bar aller Logik einzig dem unmittelbaren Affekt von Liebe und Hass, Rache, Folter und Mord, dem nackten Wahnsinn der Gefühle verpflichtet ist. [...] Dabei singen Chor und Extrachor, geleitet von Wilhelm Hofmann, hervorragend schön: prägnant und diszipliniert, mit höchster dramatischer Schlagkraft. Besonders die Frauengestalten, denen im Stück zuweilen das rechte Bewusstsein entgleitet, machen oft (nicht immer) entfesselte Leidenschaften und Seelendramatik packend erfahrbar: Irina Wischnizkaja als Leonora mit konzentriert und flexibel geführtem, reservereich-ausstrahlungsstarkem Sopran; Zdravka Ambric als Azucena mit kantabel-prägnantem, in höherer wie in dunkel getönter tiefer Lage gleich überzeugendem Mezzo. [...] Unter der Leitung von Karen Kamensek spielte das Oldenburger Orchester fabelhaft konzentriert, profilreich und farbig in Klang und Lineament. Verständlich, dass die Dirigentin den größten Applaus des auch bei den Sängern mit Beifall nicht geizenden Publikums fand.
(Nordwest Zeitung)