4. Sinfoniekonzert

Vollendung und Aufbruch


Detlev Glanert: Weites Land. Musik mit Brahms für Orchester (Uraufführung)
Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinkonzert e-Moll, op. 64
Johannes Brahms: 4. Sinfonie e-Moll, op. 98

Vor allem Johannes Brahms war im ›Musikstreit‹ des
19. Jahrhunderts eine polarisierende Persönlichkeit: Gerade zu Beginn der Kompositionsarbeit an den großen sinfonischen Werken war es für ihn schwer, sich von dem Übervater Beethoven zu befreien. Freunde und Förderer sahen in ihm den Erben Beethovens, der die sinfonische Tradition fortsetzen werde − zumal die Neudeutsche Schule um Liszt und Wagner die Sinfonie für tot erklärt hatte. So war für Brahms die Arbeit an seinen vier Sinfonien stets ein harter und langer Kampf – doch er schaffte es, die Form der Sinfonie zu revolutionieren: Nicht mehr rein architektonisch waren die Werke jetzt aufgebaut, sondern musikalisches Material konnte sich ganz logisch weiterentwickeln. In seiner 4. Sinfonie wird dieses Prinzip anschaulich und sinnlich vorgeführt.
Neben Brahms waren es vor allem Clara und Robert Schumann und auch Felix Mendelssohn Bartholdy – Leiter des Leipziger Musikkonservatoriums –, die dem konservativen ›Leipziger Kreis‹ im Gegensatz zum revolutionären ›Weimarer Kreis‹ rund um Liszt und Wagner zugeordnet wurden. Mendelssohns bekanntes Violinkonzert in e-Moll greift die dreisätzige Form des klassischen Solistenkonzerts auf, führt dabei aber eine Anzahl von Neuerungen ein.
Neben den Werken dieser beiden streitbaren Komponisten des 19. Jahrhunderts wird Generalmusikdirektor Roger Epple eine neue Komposition von Detlev Glanert uraufführen. Die beiden Künstler verbindet eine lange Zusammenarbeit. Glanert, einer der profiliertesten Komponisten der Gegenwart und unter anderem Composer in Residence in Amsterdam, ist nicht nur einer der meistgespielten Musiktheatraliker sondern auch ein sensibler und intelligenter sinfonischer Komponist.

Dirigent: Roger Epple
Solist: Michael Barenboim (Violine)

9., 10. und 11. Februar 2014
Großes Haus

Nachgefragt

Nach dem Konzert am Montag laden Generalmusikdirektor Roger Epple und der Komponist Detlev Glanert, am Dienstag Generalintendant Markus Müller und Dramaturg Lars Gebhardt mit dem Solisten Michael Barenboim zum Publikumsgespräch ein.

Oberes Foyer, Großes Haus