»Mit Zu zweit bin ich eine Katastrophe ist dem Oldenburgischen Staatstheater eine beachtliche Uraufführung geglückt. Der junge Schweizer Musiker und Regisseur Thom Luz beschwört in gut 90 Minuten die Seelenzustände eines Mannes zwischen Todessehnsucht, Kunstbetrieb und privaten Eskapaden. Bitterböse sind die Texte, herrlich zynisch die vier Darsteller. Viel Applaus.« (BILD Bremen)
»Lieber Dr. S. Es ist mir nahezu unmöglich, es nicht zu hassen, am Vormittag um 11 Uhr nach meiner Identität gefragt zu werden, wie es Ihnen vermutlich unmöglich ist, diese Befragung zu verschieben. Nehmen Sie also bitte meinen Personalausweis, Nr. 416657, ausgestellt in der Bundesrepublik Deutschland [...]. Da sollen die eventuell Neugierigen doch seh’n, wie sie von einem zum anderen kommen, falls sie kommen wollen.«
Horst Janssen – Maler, Grafiker, Schriftsteller, Lokalheld. Einzelkind und Egomane. Sekttrinker, Polterer, Recht- und Liebhaber. Seine Bilder hängen über den Esstischen der Nation. Seine Biografie erzählt von Maßlosigkeit und Verletztsein, einem Leben in Deutschland von der Napola bis zum Mauerfall.
Der Zürcher Musiker und Regisseur Thom Luz hat sich einen Namen gemacht mit ›biografischen Geisterbeschwörungen‹. Aus Nachlässen, Textfragmenten und musiktheatralen Umkreisungen eines Lebens webt er vielschichtige Theaterpartituren, die den Kern eines Menschen und seine Konflikte spürbar machen. In der Exerzierhalle richtete er einen musikalischen Theaterabend für und über Horst Janssen ein. Ein Bild ›kaleidoskopiert sich zusammen‹, ein Porträt ›wörtert‹ sich. Man glaubt etwas verstanden zu haben. Aber mit dem nächsten Drehen des Kaleidoskops ist das Bild wieder völlig anders, und man ist wieder allein. Im Zentrum steht die Frage: Wie verbringe ich mein Leben? Welcher ist der richtige Weg?

