Dantons Tod

Besetzung

Inszenierung: K.D. Schmidt
Bühne: Maren Greinke
Kostüme: Alin Pilan
Dramaturgie: Catharina Hartmann

Georg Danton: Henner Momann, Hartmut Schories, Anna Steffens
Legendre / Barère / Amar: René Schack
Camille Desmoulins: Rüdiger Hauffe
Hérault-Séchelles / Laflotte: Eike Jon Ahrens
Lacroix: Vincent Doddema
Mercier / Dillon / Simon: Hartmut Schories
Robespierre: Bernhard Hackmann
St. Just: Henner Momann
Weib Simons: Anna Steffens
Julie / Herman / Eugenie: Eva Maria Pichler
Lucile: Kristina Gorjanowa
Collot d’Herbois / Fouquier-Tinville / Adelaide/ Marion: Hanna Franck

Vorstellungen

Mai: Fr 24.
Juni: So 9., Di 11. (zum letzten Mal in dieser Spielzeit)

Wiederaufnahme: Mi 18. September 2013

Oldenburgs Hausregisseur K.D. Schmidt bringt die Zerrissenheit seines Protagonisten in zwei Stunden und 40 Minuten ganz ausdrücklich auf die Bühne des Großen Hauses. Im raffiniert schlichten Bühnenbild von Maren Greinke, das im wesentlichen aus einem hängenden Geviert besteht, das sich mal in diese, mal in jene Richtung neigt - ein schönes Bild für die Wechselfälle der politischen Ereignisse -, darf das Oldenburger Ensemble zeigen, was es kann. (...) Zum Schluss gab es sehr viel Beifall.
(Nordwest Zeitung)

von Georg Büchner

Drama in vier Akten (1835)

Ende März 1789: Die Französische Revolution hat dem Absolutismus in Frankreich ein gewaltsames Ende gesetzt. Als Star und Volksheld wird der junge Anwalt George Danton gefeiert. Dessen sinnenfroher Lebenswandel beginnt allerdings zunehmend dem Ansehen der Republikaner zu schaden – das zumindest befürchten die Hardliner Robespierre und St. Just. Letzterer schwingt auch die in ihrer unmenschlichen Logik bis weit ins 21. Jahrhundert verweisende ›Blut-Rede‹: Der Idee(ologie) der Revolution haben sich dieser zufolge alle wie einem Naturgesetz zu beugen. Das grausam-folgerichtige Ergebnis dieses Denkens ist bekannt: Nur vier Monate nach Dantons Hinrichtung folgten ihm Robespierre und St. Just auf das Schafott. Fünf Jahre später lässt sich ein kleiner korsischer General zum ersten Konsul wählen, beendet die Revolution und begründet die erste französische Militärdiktatur.
Gerade einmal vier Wochen schrieb der 22-jährige Georg Büchner an seinem einzigen vollendeten Drama. Dantons Tod bleibt bis heute nicht nur ein brillantes Stück literarischer Geschichtsschreibung, sondern wirft allgemeingültige Fragen politisch sinnvollen Handelns auf. Er stellt die Frage nach dem rechten Maß und der Legitimierung der Mittel, mit denen neue Ideen wirkungsvoll durchgesetzt werden müssen und dürfen und danach, wie die Macht den Einzelnen ebenso formt wie sie ihn deformiert.
Inszenieren wird den Klassiker über Sinn und Wahnsinn revolutionären Handelns K.D. Schmidt, leitender Schauspielregisseur des Oldenburgischen Staatstheaters.