»Zum Kleist-Jahr 2011 beglückt uns das Staatstheater in Oldenburg mit einem furiosen „Homburg”, im Konzept straff und dicht, stimmig in den Details, vorzüglich besetzt und gespielt. Dem Publikum in der Exerzierhalle präsentierte Regisseur Alexander Riemenschneider (31) das Stück um etliche Verknotungen reduziert, klar lesbar, mit nur vier Schauspielern in pausenlosen 80 Minuten.« (Nordwest-Zeitung)
Der nachtwandelnde Prinz Friedrich von Homburg flicht sich einen Lorbeerkranz. Sein Herrscher, der Kurfürst, beobachtet ihn und reicht den Kranz zum Scherz seiner Nichte Natalie. Als der Prinz Natalie leidenschaftlich anspricht, wird er jedoch vom Kurfürsten zurechtgewiesen. Die Hofgesellschaft verschwindet und in des Prinzen Händen bleibt nur ein Handschuh von Natalie. Noch im Hochgefühl seiner Traumerlebnisse stürzt er sich am nächsten Tag mit seiner Reiterei voreilig und gegen den Befehl des Kurfürsten in die Schlacht gegen die Schweden. Gerade Homburgs Missachtung des Befehls trägt allerdings zum Brandenburgischen Sieg bei. Dennoch lässt der Kurfürst ihn verhaften und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilen. Als Prinz Friedrich sein ausgehobenes Grab sieht und merkt, dass es dem Kurfürsten ernst ist, bittet er Natalie, sein Leben zu retten. Der Kurfürst will ihn begnadigen lassen, sofern Friedrich selbst den Spruch des Gerichts für unrecht erklärt. Der Angeklagte aber, als Richter über sich selbst, erkennt die Rechtmäßigkeit des Urteils an. Gerade diese Anerkennung erlaubt es dem Kurfürsten schließlich, ihn zu begnadigen.
Der junge Regisseur Alexander Riemenschneider, der 2009 sein Diplom an der Hamburger Theaterakademie erworben hat und inzwischen am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Deutschen Theater Berlin Regie führt, inszeniert 200 Jahre nach Kleists Tod Prinz Friedrich von Homburg.



