Polar Bears (DSE)

Vorstellungen

Sa 19.05.12 (zum letzten Mal)

»Das Publikum erlebte 120 Minuten spannendes Theater ohne Pause, aber mit einer guten Portion schwarzem, bisweilen skurrilem Humor, und spendete begeisterten Schlussapplaus.« (Nordwest Zeitung)

von Mark Haddon

(2010)

»Diese Angst, die aus dem Nichts kommt. Ich weiß, dass es nur Chemie ist, alles nur Chemie: Liebe, Kummer, dieses Ziehen in der Brust, wenn du ein Baby siehst. Aber es fühlt sich so verdammt real an. Und wenn das Schwarze dich im Griff hat, das fühlt sich auch real an. Weil du dann in deinem Kopf bist, du kannst nirgendwo anders sein…« (Polar Bears)

Manchmal zieht Kay sie sich in sich selbst zurück und lässt niemanden an sich heran. Nicht einmal John, den sie liebt, denn selbst ihn fürchtet Kay in den schlechten Mondphasen. In den guten Mondphasen hingegen ist Kay ein glücklicher Mensch, selbstbewusst und kreativ. Sie zeichnet und schreibt Kinderbücher und saugt das Leben förmlich auf. John ist fasziniert von dieser ungewöhnlichen Frau, die ihm eine halbe Stunde nach ihrem ersten Kennenlernen einen Heiratsantrag macht, für die er etwas Besonderes ist und der er, der Langweiler, einen Halt bieten kann. Doch schon bald leidet er unter ihren egoistischen Eskapaden und sorgt sich um Kay, wenn sie wieder einfach verschwunden ist, weil sie spontan eine Regennacht im Park verbringen will. Oder ist es in Wahrheit John, der Kay aus Eifersucht klein halten will, der ihre Hilflosigkeit und Trauer braucht, um sie an sich zu binden?

Der britische Autor Mark Haddon, bekannt und preisgekührt für seinen Roman Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone thematisiert mit seinem ersten Theaterstück Polar Bears auf höchst poetische Weise den schmalen Grat zwischen sprühender Lebenslust und Manie und zeigt sehr peotisch das Verschwimmen der Grenze zwischen Krankheit und überdurchschnittlicher Sensibilität. Ein auf überraschende Weise ebenso trauriger wie komischer Theaterabend über das Leben und die Hilflosigkeit der Liebe.