Ketzer (DSE)

von Richard Bean (2011)

Besetzung

Inszenierung: Isabel Osthues
Bühne: Michael Böhler
Kostüme: Mona Ulrich
Musik: Markolf Naujoks
Dramaturgie: Jörg Vorhaben

Dr. Diane Cassell: Caroline Nagel
Ben Shotter: Henner Momann
Phoebe: Hanna Franck
Geoff Tordoff: Thomas Lichtenstein
Prof. Kevin Maloney: Bernhard Hackmann
Catherine Tickell: Elske Burkert
Paxman (im Video): Daniel Fries
Waheed (im Video): René Schack

Vorstellungen

Sa 03.03.12 (zum letzten Mal)

»Caroline Nagel spielt in Oldenburg diese Cassell so wunderbar, als hätte sie nie eine andere Rolle gespielt. (...) Ein durchgeknallter Naturburschenstudent (großes Talent: Henner Momann) komplettiert das Quartett der herrlich zynischen, tiefschwarzen britischen Komödie. (...) So spannend kann dröge Wissenschaft sein, so unterhaltsam.« (Nordwest Zeitung)

Seit Jahren arbeitet die Professorin Diane Cassell an einem Forschungsprojekt auf den Malediven, das den Zusammenhang zwischen Erderwärmung und steigendem Meeresspiegel untersucht. Nun erhält sie Drohungen von der geheimnisvollen Sacred Earth Militia, die sich dem radikalen Kampf für den Erhalt der Umwelt verschrieben hat. Denn Diane fährt nicht nur Autos mit miserabler CO² Bilanz, sie zieht vor allem aus ihren Forschungsergebnissen unbequeme Schlüsse: Die Malediven seien durch die Erderwärmung keineswegs zum Untergehen verurteilt, der Meeresspiegel dort seit Jahren stabil. So wird Diane nicht nur für die Sacred Earth Militia zur Ketzerin, auch ihr Vorgesetzter und ehemaliger Liebhaber Kevin setzt sie unter Druck und will ihr die Veröffentlichung der Ergebnisse verbieten, da sie den Interessen eines wichtigen Geldgebers des Instituts widersprechen. Als ihre Tochter Phoebe sich auch noch in einen von Dianes Geologiestudenten verliebt, dessen radikale Ansichten merkwürdig mit denen der Sacred Earth Militia übereinstimmen, beginnt Diane einen einsamen Kampf: Sie versucht ihre Umgebung von der elementaren Bedeutung einer ideologiefreien Forschung zu überzeugen und erfährt dabei immer stärker die Verstrickungen von Wirtschaft und Wissenschaft.

Die deutschsprachige Erstaufführung dieser schwarzen Komödie, die bereits sehr erfolgreich im Londoner West End lief, wird von der Regisseurin Isabel Osthues auf die Bühne gebracht, die in Oldenburg bereits La Línea – Der Traum vom besseren Leben inszeniert hat.