»Eine temporeiche Komödie. Doch obwohl sich die Geschichte mit aberwitzigen Wendungen, einem neurotischen Künstler und einer Ehefrau, die an dessen erfrischender Unorganisiertheit zunehmend Gefallen findet, mit enormer Geschwindigkeit steigert, bleiben die Figurenzeichnungen messerscharf. Becker inszeniert seinen Text als komplexe Charakterstudie, die nur knapp an der Tragödie vorbeischrammt.«
Nachtkritik.de
von Marc Becker
Austauschgastspiel vom Staatstheater Braunschweig (2011)
»Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.« (Benjamin Franklin)
Hans ist ein glücklicher Mensch. Er hat einen sehr guten Job, einen sehr guten Freund und lernt eine phantastische Frau kennen. Schon nach sehr kurzer Zeit beschließen Hans und Laura zu heiraten. Schöner kann das Leben kaum sein, doch Hans kommen Zweifel. Wird die Freundschaft zu Peter unter der Ehe leiden? Kennt er seine Frau gut genug? Was für einen Wert hat ein Ehevertrag? Und hat er ein solches Lebensglück überhaupt verdient? Hans will Lebenssicherheiten. Er beschließt, obwohl selbst freiheitsliebend, die Treue seiner Frau von seinem Freund überprüfen zu lassen. Ein Stein wird losgetreten und gerät ins Rollen.
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich durch ein kaum noch zu steigerndes Sicherheitsbedürfnis auszeichnet. Die Versicherungsbranche boomt, Innenstädte werden mit immer mehr Kameras überwacht und die Kontrollen an Flughäfen sind kaum noch zu verbessern. Das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen scheint grenzenlos. Privatsphären werden verletzt, um bestehende oder angebliche Ängste zu bekämpfen. Der Preis, den die Gesellschaft dafür zahlen muss, ist letztlich doch sehr hoch. Die Ausweitung von Sicherheitskontrollen bedeutet eine unverkennbare Einschränkung von Freiheiten. Wann ist der Punkt erreicht, an dem das Streben nach totaler Sicherheit in sein Gegenteil umschlägt?
Mit Im Namen der Sicherheit setzen wir den in der letzten Spielzeit begonnenen Austausch von besonderen Produktionen mit dem Staatstheater Braunschweig fort. In der letzten Spielzeit zeigten die Braunschweiger mit Aller Tage schwarzer Kater eine Uraufführung von Anne Nather in der Exerzierhalle, im Gegenzug waren wir mit Aus der Mitte der Gesellschaft zu Gast in Braunschweig.



