»Und wenn dieses Ende keine weiteren Superlative beschreibt, dann allein deshalb, weil sie im Laufe des vergangenen Jahres alle aufgebraucht worden sind. Man mag sie einfach nicht mehr bemühen, die Jubelarien und Lobeshymnen, auch wenn K.D. Schmidts Inszenierung von Anton Tschechows “Kirschgarten” dazu wieder allen Anlass bietet.« (Kreiszeitung)
Die Auswirkungen einer globalen Krise sind nicht zu verkennen, die Schulden sind ins Unermessliche gewachsen und alte Sicherheiten verloren gegangen. Vermögen, Besitz und lieb gewonnene Lebensgewohnheiten – alles steht plötzlich zur Disposition.
Tschechow hat vor über hundert Jahren in seinem berührenden und komischen Stück Der Kirschgarten den Alltag einer Schicht von Landeigentümern beschrieben, die nicht nur von ihrem Besitzstand, sondern auch von ihrer Kultur Abschied nehmen müssen. Ihr Unglück ist tragisch und komisch zugleich. Ihnen fehlt der Sinn für die Notwendigkeit profitablen Wirtschaftens. Stattdessen wird die Schönheit des Nutzlosen, des Ideellen und der Tradition beschworen. Mal ängstlich, mal staunend stehen sie im Angesicht einer neuen Welt, die sich rasend schnell verändert und an deren neuer Ordnung sie nicht beteiligt sein werden.



