Aus der Mitte der Gesellschaft

von Marc Becker
Ein Sprachkonzert (2010)

»Sein Stück ist ein (…) temporeicher, schlau konstruierter Abend voller Zynismus, böser Spitzen und doch reichlich Humor. Was nicht zuletzt an der überzeugenden Darstellungskraft der vier Akteure liegt.« (Kreiszeitung Syke)

2004 zählten sich noch 54 % der befragten Westdeutschen zur Mittelschicht. Lange fühlte sich die Mitte wohl in Deutschland.
Es gab eine breite stabile Mittelschicht.
Heute redet davon keiner mehr.
Alle reden von steigenden Einkommensunterschieden, von sozialer Spaltung. Die sozialen Unterschiede wachsen seit Jahren.
Die Angst vor sozialem Abstieg ist groß.
Marc Becker hat für seine Auseinandersetzung mit der Mitte der Gesellschaft die Form eines Konzertes gewählt.
Vier Darsteller geben der „Mitte” ihre Stimme.
Akkurat gekleidet versuchen sie eine Bestandsaufnahme.
Wer sind sie eigentlich und was wollen sie vom Leben?
Warum haben wir eigentlich keine Utopie mehr?
Warum kann man die so einfach scheinenden Lösungen für all die schwierigen Probleme der Welt nicht mal schnell in die Tat umsetzen?
Warum soll man auf andere Rücksicht nehmen?
Jeder ist sich doch selbst der nächste.
Aber wie man in den letzten Jahren gesehen hat, hilft dieser Gedanke unserer Gesellschaft auch nicht weiter.
Was wäre, wenn sich aus diesen vier Menschen ein „Wir” entwickeln würde?Wenn diese Gruppe nicht durch Angst gebremst mit Veränderungswillen in die Zukunft aufbräche?
Von diesen Fragen und Ängsten handelt Aus der Mitte der Gesellschaft.
Dabei haben die einzelnen Stimmen für den Zuschauer einen hohen Wiedererkennungswert und Marc Becker schafft es immer wieder, dass man auch über sich selbst lachen muss.

Aus der Mitte der Gesellschaft ist nach Terrorprogramm, Glück für alle und Meier Müller Schulz oder Nie wieder einsam! das vierte Stück, das Hausautor Marc Becker für das Oldenburgische Staatstheater geschrieben und in Szene gesetzt hat.
Im Niederdeutschen Schauspiel ist auch seine Inszenierung seines Stückes My name is Peggy zu sehen.

Eingeladen zu den Autorentheatertagen 2011 am Deutschen Theater Berlin