OPERation X: Anoia (UA)

Musiktheater (2012) von Gordon Kampe/ Alexander Müller-Elmau

Im Rahmen von klangpol - Neue Musik im Nordwesten

Mit freundlicher Unterstützung der Annette und Gerd Schwandner Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur

Besetzung

Musikalische Leitung: Johannes Stert
Inszenierung und Bühne: Alexander Müller-Elmau
Kostüme: Werner Fritz
Dramaturgie: Lars Gebhardt
Anoia: Maria Walser
Andia: Ingela Onstad
Andai: Mareke Freudenberg
Andoi: Ziad Nehme
Andio: Ulrich Schneider
Azrael: Daniel Fries

Mitglieder des Opernchores des Oldenburgischen Staatstheaters
Mitglieder des Oldenburgischen Staatsorchesters

Vorstellungen

Wiederaufnahme am Fr 21. Dezember 2012 in der Exerzierhalle

Was das Staatstheater Oldenburg so eindrücklich im Ambiente der Exerzierhalle am Pferdemarkt angesiedelt hatte, erwies sich als Opernereignis der besonderen Art und bestätigte einmal mehr, dass mutige und künstlerisch engagierte Projekte heute oftmals eher von umtriebigen kleineren Häusern als von den großen Aushängeschildern und Kulturleuchttürmen der Republik umgesetzt werden...Die fünf vokalen Akteure Ingela Onstad (Andia), Mareke Freudenberg (Andai), Ziad Nehme (Andoi), Ulrich Schneider (Andio) und Daniel Fries (Azrael) dankten dem Komponisten den sängerfreundlichen Ansatz durch außergewöhnliche Leistungen und trugen durch ihre souveräne Gestaltung des komplexen Geflechts aus Gesang, Sprache und Bewegungsabläufen entscheidend zum Gelingen des Abends bei...eine Präzision im Umgang mit der Musik, die jedem großen Opernhaus zur Ehre gereichen würde. (klassik.com)

Das Oldenburgische Staatstheater versteht sich als ein Ort des klassischen wie des zeitgenössischen Musiktheaters. Doch was bedeutet »zeitgenössisch« in einer Kunstform, die geprägt ist von einem über hundert Jahre alten Repertoire und dessen Produktionsbedingungen? In der Reihe OPERation X gibt das Oldenburgische Staatstheater Musiktheaterprojekte bei Autorenteams in Auftrag, die neue Wege beschreiten – sei es in musikalischer Hinsicht, an ungewohnten Spielorten, mit Konzepten an den Schnittstellen zu anderen Künsten oder mit neuen Formen der szenischen Umsetzung.
Fortgesetzt wird die Reihe in dieser Spielzeit von dem Komponisten Gordon Kampe und dem Regisseur, Autor und Bühnenbildner Alexander Müller-Elmau. Letzterer hat in der vergangenen Spielzeit bereits den Opern-Doppelabend Death knocks / Der Kaiser von Atlantis sehr erfolgreich in Szene gesetzt. Für OPERation X entwickelt er mit dem Komponisten Gordon Kampe einen neuen Musiktheaterabend. Der in Essen lebende Kampe gehört zur jüngeren Generation deutscher Komponisten. Er studierte bei Hans-Joachim Hespos, Adriana Hölszky und Nicolaus A. Huber.
In Anoia wird das Publikum auf eine Reise in das Innere mitgenommen: Wir begegnen Anoia, einer jungen Frau, eingesperrt und gefangen in sich selbst. Stimmen geistern durch den Raum und Klänge, die an Bachsche Kirchenmusik erinnern, werden von bacchantischen Tänzen unterbrochen. Der Abend schwankt zwischen Ritual, Séance und psychologischer Tiefenforschung und fragt nach den Grenzen zwischen Wahn und Sinn. Ein Gesamtkunstwerk mit Sängern, einer Tänzerin, einem Schauspieler und neun Musikern, das Fragen aufwirft und den nicht ganz alltäglichen Wahnsinn untersucht.