4. Sinfoniekonzert
Todsünden
»Wann darf ich klatschen?« Die Beantwortung dieser einfachen Frage erweist sich für den als knifflig, der zum ersten Mal ins klassische Konzert geht. Manch anderen schreckt sie gar davon ab, überhaupt einen Fuß in einen Konzertsaal zu setzen – denn wer blamiert sich schon gern, nur weil er seiner Begeisterung freien Lauf lassen will? Also vermitteln Konzertpädagogen Kindern vor dem Konzert dessen Verhaltenskodex und Stars der Klassikszene wie der Geiger Daniel Hope schreiben einen wohlmeinenden Konzertknigge für Erwachsene, um jedermann zu einem gelungenen Konzertbesuch zu verhelfen.
Doch Hand aufs Herz: Spätestens wenn der Hustenreiz quält, das Kind quengelt, der Platznachbar das spontane Nickerchen mit strafendem Blick bedenkt oder man die Anzahl der Sätze der Sinfonie im Programmheft nachlesen muss, um zu wissen, wann geklatscht werden darf, stellt sich die Frage: Wer hat sich das bloß ausgedacht? Und warum?
Der Moderator, Publizist und leidenschaftliche Konzertgänger Roger Willemsen und das Oldenburgische Staatsorchester unter der musikalischen Leitung von Johannes Klumpp machen sich in diesem Konzert auf die Suche nach Antworten. Frei nach dem Motto »Die Todsünden des klassischen Konzertes« geht es um alles, was die Konvention verbietet: Essen, schlafen, reden, mitsingen. Ein Sinfoniekonzert für Konzertgänger und solche, die es werden wollen.
Dirigent: Johannes Klumpp
Moderation: Roger Willemsen
12. Februar 2012, 17 Uhr
13. und 14. Februar 2012, 19.30 Uhr
im Grossen Haus




