Demian

von Hermann Hesse
Die Geschichte einer Jugend (1919) in einer Bühnenbearbeitung von Daniela Löffner (2010)
ab 14 Jahren

Besetzung

Inszenierung: Krystyn Tuschhoff
Bühne: Uta Materne
Kostüme: Veronika Bleffert
Dramaturgie: Catharina Hartmann

Max Demian: Eike Jon Ahrens
Emil Sinclair: Rüdiger Hauffe
Vater, Pistorius: Thomas Birklein
Mutter, Frau Eva: Eva Maria Pichler
Kromer, Alfons: Sebastian Herrmann
Lina, Beatrice: Sarah Bauerett

Vorstellungen

Wiederaufnahme am 23.01.13 im Kleinen Haus.

»Krystyn Tuschhoff inszeniert den Klassiker flott und vielschichtig, gibt ihren Figuren großen Raum zur Entfaltung. Und den nutzt das Sextett bestens aus. Was entsteht, ist ein dichtes, begeisterndes Spiel. Großartig! Stürmischer Beifall!« (BILD Bremen)

»Gegen dieses Theaterstück ist jede Deutschstunde langweilig. (...) Regisseurin Krystyn Tuschhoff erzählt mit großer Leichtigkeit und tiefem Ernst. Ihre Bilder sind so schlicht wie brillant. (...) Am Schluss des Abends gab es begeisterten Applaus.« (Nordwest-Zeitung)

Schon früh wird dem zehnjährigen Emil Sinclair bewusst, dass neben der heilen Welt seines Elternhauses auch eine dunkle, unheimliche Welt da draußen existiert. Auf der Suche nach Kontakt gerät er durch harmlose Prahlerei in die Abhängigkeit von Franz Kromer. Getrieben zu kleinen Lügen und Diebereien durchlebt Emil eine albtraumhafte Zeit, bis er dem neuen Mitschüler Max Demian begegnet. Dem scheint Emils Innenleben auf unheimliche Weise offen zu stehen. Er beschreibt dessen Nöte, das brennende Interesse an spirituellen Fragen, aber auch die Entdeckung der Sexualität, als ginge es um sein eigenes Erleben. Immer wieder, als Konfirmant, als 16-jähriger Internats-schüler oder als junger Student, begegnet ihm der seelenverwandte Demian und eröffnet ihm neue Wege im Umgang mit der eigenen Zerrissenheit. Erst mit dem aufkommenden Weltkrieg trennen sich die Wege von Sinclair und Demian. »Unvergeßlich ist die elektrisierende Wirkung, welche gleich nach dem Ersten Weltkrieg der Demian jenes
mysteriösen Sinclair hervorrief, eine Dichtung, die mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf«, erkannte schon Thomas Mann.

Fast einhundert Jahre nach der Erstveröffentlichung wird Krystyn Tuschhoff Hermann Hesses schwärmerische Coming-of-Age-Geschichte für das Oldenburgische Staatstheater in Szene setzen. Zuletzt war von ihr Eine Sommernacht im Kleinen Haus zu sehen.